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15
April
2019

Geheim-Magazin 2-19

Punkt 1

die Neue WeltUNordnung

Punkt 2

zum aktuellen Heft

Punkt 3

in eigener Sache

Gastbeitrag von Sergei Lawrow:

Der Zweite Weltkrieg und die
Verdrehungen des Westens

Naming Names

 

                              covver2019

Punkt 1:    die neue WeltUNordnung

Wir wissen nicht, ob der bereits geplante und medial international vorbereitete Aggressionskrieg der USA gegen den Iran bereits begonnen hat, wenn dieses Heft bei unseren Leserinnen und Lesern ist. Tatsache ist: die dramatischen Ereignisse jagen sich richtig und man hat den Eindruck, kaum noch Luft holen zu können. Vielleicht hat der Angriff der USA auf die Islamische Republik Iran bereits begonnen, bevor die Auslieferung dieses Heftes abgeschlossen ist? Während der Produktion dieser Ausgabe dreht sich allerdings nach wie vor das Karussell der Entwicklungen mit anhaltender Geschwindigkeit; das betrifft gleich mehrere Komplexe. Da ist zum einen die angeblich so konsequente Ablehnung einer US-geführten Militärmission zur vorgeblichen Sicherung der angeblich von Teheran bedrohten Schifffahrtswege in der Straße von Hormuz durch die Bundesregierung, während gleichzeitig auf Initiative Großbritanniens über eine EU-Mission in gleicher Sache kräftig verhandelt wird. Alle westlichen Mächte sind sich im Ziel einige: das Regime im Iran soll zu Gunsten einer pro-westlichen Marionette ausgewechselt werden. Nur über den Weg gibt es Unterschiede: die USA stehen für einen anhaltenden Wirtschaftskrieg in Verbindung mit gezieltem Terrorismus mit der offenen Option für eine militärische Aggression, während die sich EU – insbesondere Deutschland und Frankreich – für die Verschärfung innerer Spaltungen und existentieller Schwächungen des Landes ein. Welche Option und wie am Ende dominant werden wird, hängt unter anderem von der Haltung des Vereinigten Königreichs unter seinem neuen Premier Boris Johnson ab. Am Ende wird sich auch die BRD beteiligen. Auch das hatten wir schon einmal. Man sei nur an die Militäraggression gegen den Irak erinnert, wo der damalige Bundeskanzler Schröder vollmundig die Ablehnung eines US-geführten Krieges gegen Bagdad bekundete, aber schließlich sein BND sensible Aufklärungsdaten an die Bomber lieferte. Hinzu kommt noch die fast nicht zu berechnende Rolle des zionistischen Regimes „Israels“, das nicht nur ganz offiziell den Iran zu seinem Hauptfeind erklärt hat, sondern im Nahen Osten eine ununterbrochene Tradition von Terror und Aggression in der Region des Nahen Ostens vorzuweisen hat. Das alles wird von einer massiven medialen Desinformationskampagne international vernebelt.
Wie weit die arroganten, heuchlerisch von Menschenrechten schwafelnden Mächte des Westens bereit sind, um jeglichen Widerstand auszuschalten, zeigt blutig und völkermörderisch das Beispiel des Jemen. Während das jemenitische Volk von der von Saudi Arabien geführten Kriegskoalition – hoch gerüstet von westlichen Kumpanen, auch der BRD – regelrecht abgeschlachtet wird, hält der Westen an seinem aufgezwungenen Krieg gegen Syrien fest und gleichzeitig verschärfen die westlichen Urheber ihre massiven Sanktionen gegen das betroffene Land.
Aber damit ist die lange Liste der Neuen WeltUnordnung noch nicht zu Ende. In Venezuela ist es das offen ausgesprochene Ziel des US-Imperiums, die legitime Regierung unter Nicolas Maduro wegzuputschen. Bisher erfolglos. Daher verschärfen die westlichen Strategen die ökonomischen Daumenschrauben, berauben dem Land seine Devisen und machen die ökonomischen Sabktionen gegen Caracas immer wasserfester.
Noch gefährlicher sind jedoch die westlichen Kampagnen gegen Russland und China. In beiden Ländern werden pro-westliche „Oppositionelle“, die von Washington, Berlin, London oder Paris an der sehr kurzen Leine geführt werden, zu medienwirksamen Provokationen angestachelt, um beide Großmächte zu isolieren, Sanktionen zu rechtfertigen und den Druck auf Moskau und Peking zu intensivieren. Im Zusammenhang mit den sich dramatisch zuspitzenden regionalen Konflikten könnten die immer schärfer werdenden anti-russischen und anti-chinesischen westlichen Kampagnen die Dimensionen eines international geführten Handels- und Währungskrieges annehmen. Die Grenzen zu international eskalierenden militärischen Konflikten werden immer durchlässiger, können auch Europa mit hineinziehen. Es gibt keine vornehmlich „sicheren“ Regionen mehr…
Die herrschenden Kreise in Europa können nahezu ungehindert ihren Aggressionskurs fortsetzen, weil es – außer in Frankreich – kaum gesellschaftlichen Widerstand dagegen mehr gibt. In Deutschland erscheint die Situation besonders katastrophal. Auch linke, sogar sich selbst sozialistisch oder gar kommunistische definierende Kräfte sind vom Virus der weiteren Schwächung und dem tendenziellen Zerfall betroffen. Manche, die auf dem Weg der Suche des „Neuen Deutschlands“ sind, kommen faktisch in der alten BRD an, andere, die ihre Zukunft in „unsere(r) Zeit“ sind, hecheln doch letztendlich dem „Neuen Deutschland“ hinterher. Wer seinen Weg hingegen „offensiv“ sucht, der landet hinter der „Rote(n) Fahne“, die zerfleddert vom Fahnenmast hängt.
Kurzum: bei solchem Potential ist kaum konsequenter Widerstand gegen Aggressionen, Rassismus, Rechtspopulismus oder Nazismus, dem immer umfassender werdenden Abbau sozialer und demokratischer Rechte zu erwarten. Das erklärt auch, dass das gesellschaftliche Klima in Deutschland immer brauner wird und Kräfte à la AfD erstarken.

 

Punkt 2: zum Heft


Das aktuelle Heft von GEHEIM hat die verschiedenen Aspekte der „Neuen WeltUNodnung“ zum Schwerpunkt und wir hoffen damit, Argumente für diejenigen liefern zu können, die trotz aller anhaltenden Widrigkeiten - in welcher Form auch immer – Widerstand gegen denn herrschenden Mainstream leisten zu wollen. Wir bleiben in diesem Sinne unseren Traditionen mit (zu) bescheidenden Mitteln seit Start von GEHEIM 1985 treu: wo Barbarei und Aggressionen dominat sind, wird Widerstand zur Plicht!

 

Punkt 3: in eigener Sache

Diese GEHEIM-Ausgabe kommt später, als gedacht. Dies hat nur zum Teil mit der für die Produktion des Heftes unglücklichen Urlaussituation zu tun. Viel wichtiger ist die äußerst angespannte finanzielle Situation unseres Magazins. Die Ausgaben steigern ständig, während der Kampf um die Einnahmen immer mehr Energie verbraucht. Manche Abonnenten zahlen – trotz Mahnung - nicht oder verspätet, andere teilen uns ihren Anschriftenänderung nicht mit und Spenden wie auch Neu-Abos halten sich in zu bescheidenen Grenzen. Gleichzeitig werden die Abgänge nur teilweise ausgeglichen. Kurzum: wir müssen uns jetzt zu drastischen Schritten entschließen und werden das im Dezember dieses Jahres tun und darüber in der ersten Ausgabe des kommenden Jahres 2020 berichten. Eins können wir jedoch schon jetzt sagen: eine deutliche Erhöhung der Abo-Preise kann es kaum geben, bleibt also nur noch die Schließung der Print-Aussage und die mögliche Fortsetzung unseres Projektes in anderer Form.
In diesem Sinne: wir hoffen auf Eure anhaltende Unterstützung und auf Euer Feed-Back!
A Luta Continua!
Michael Opperskalski (Köln) & Redaktion GEHEIM

 

Gastbeitrag von Sergei Lawrow: Der Zweite Weltkrieg und die Verdrehungen des Westens

Der Außenminister der Russischen Föderation, Sergei Lawrow, geht in einem Gastbeitrag für das "International Affairs Magazine" hart mit dem Geschichtsrevisionismus der westlichen Staaten gegenüber Russland ins Gericht. RT bringt den Beitrag in exklusiver deutscher Übersetzung.

Der Mai ist vorbei, Feuerwerk und Salutsalven sind verhallt, das Land und die Welt haben den Tag des Sieges gefeiert. Ein Fest der Frontveteranen, der Arbeiter, die im Hinterland die Industrie aufrechterhielten, unseres ganzen Volkes und anderer Siegernationen. Am Roten Platz fand eine majestätische Parade statt, am 'Grabmal des Unbekannten Soldaten' wurden Kränze niedergelegt. Erneut fanden nicht nur in Russland, sondern auch in anderen Ländern die Gedenkmärsche des Unsterblichen Regiments statt, einer Bürgerinitiative, die wirklich globale Ausmaße erhalten hat. Hunderttausende russische Bürger, im Ausland ansässige Russen und Vertreter anderer Nationen haben daran teilgenommen – alle, für die das Andenken an den Sieg und an jene, die uns ihm näherbrachten, wertvoll ist.

Es steht noch ein Datum bevor: der 22. Juni, der Tag des Gedenkens und der Trauer für die Opfer des Großen Vaterländischen Krieges. Wir werden uns an diejenigen erinnern, die in den Kämpfen gefallen sind, in Gefangenschaft und in den Konzentrationslagern zu Tode gemartert wurden, vor Hunger und an den Lasten der Kriegszeit gestorben sind. Auch die Vorbereitung auf die Feier des 75. Jahrestages des Sieges im nächsten Jahr beginnt. Eine Feier, die zweifellos dem Maßstab der Heldentaten und dem großen Geist aller Helden jenes Krieges gerecht werden wird. Und es kommen unwillkürlich Gedanken auf: Was bedeutet der 9. Mai für die Völker, die an der Schwelle der Vernichtung standen? Und warum stößt er bei einigen auf so viel Missmut?

Für mich als Vertreter der ersten Nachkriegsgeneration, die mit den Erzählungen der Frontheimkehrer, den Familiengeschichten über den Krieg groß geworden ist, sind die Antworten auf diese Fragen klar. Die Völker der Sowjetunion und anderer Länder waren zum Objekt der menschenfeindlichen nazistischen Ideologie und danach auch Opfer einer Aggression durch die mächtigste, am besten organisierte und höchstmotivierte Militärmaschinerie jener Zeit geworden. Durch kolossale Opfer leistete die Sowjetunion den entscheidenden Beitrag zur Zerschlagung von Hitler-Deutschland und befreite Europa gemeinsam mit den Alliierten von der Nazi-Pest. Der Sieg legte das Fundament für die Nachkriegs-Weltordnung, die auf kollektiver Sicherheit und Zusammenarbeit zwischen den Staaten beruhte, und öffnete den Weg zur Gründung der UNO. So sind die Tatsachen.

Doch leider ist gar nicht für alle in der Welt das Andenken an diesen Sieg heilig. Traurig ist, dass auch in Russland einige die Mythen aufgreifen, die von denjenigen verbreitet werden, die dieses Andenken gerne begraben würden, und glauben, dass es Zeit sei, auf die feierlichen Veranstaltungen zum Tag des Sieges zu verzichten. Je fortgeschrittener die Zahl der Jahrestage, desto häufiger stoßen wir auf historische Unkenntnis.

Wie bitter es auch ist, sich dessen bewusst zu werden, sehen wir Versuche, die Helden in Verruf zu bringen und künstlich Zweifel an der Richtigkeit des Weges zu schüren, den unsere Vorfahren gegangen sind. Im Ausland und auch in Russland ist bisweilen zu hören, dass in Russland eine Militarisierung des öffentlichen Bewusstseins im Gange sei und die Paraden und Gedenkmärsche am Tag des Sieges nichts Anderes seien als ein Anstacheln kriegerischer und militaristischer Stimmungen auf Staatsebene. Damit verwerfe Russland angeblich den Humanismus und die Werte der "zivilisierten" Welt. Und die Länder Europas hätten angeblich all die "einstigen Zwiste" vergessen, sich untereinander versöhnt und bauten "tolerante" Beziehungen "mit Blick in die Zukunft" auf.

Jene, die uns mit Missgunst ansehen, wollen die Rolle der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg herabsetzen. Wenn sie die UdSSR auch nicht als Hauptschuldigen am Krieg darstellen, so doch als Aggressor auf gleicher Ebene mit Nazi-Deutschland, und bringen immer wieder Thesen über die "gleiche Verantwortung" an die Oberfläche. Die nazistische Besatzung, die Dutzende Millionen Leben gekostet hat, die Verbrechen der Kollaborateure und die Befreiungsmission der Roten Armee werden auf zynische Weise gleichgesetzt. Den Handlangern der Nazis werden Denkmäler gesetzt.

Zur gleichen Zeit werden Denkmäler für die Soldaten der befreienden Armee sowie Soldatengräber in einzelnen Ländern geschändet und zerstört. Ich möchte an Folgendes erinnern: Das Nürnberger Tribunal, dessen Entscheidungen ein unabdingbarer Teil des Völkerrechts geworden sind, hat klar bestimmt, wer auf der Seite des Guten und wer auf der Seite des Bösen stand. Im ersten Fall ist das die Sowjetunion, die Millionen Leben ihrer Söhne und Töchter auf dem Altar des Sieges niederlegte, sowie die anderen Teilnehmerstaaten der Anti-Hitler-Koalition. Im zweiten Fall sind das das 'Dritte Reich', die Länder der 'Achsen-Mächte' und deren Helfer, unter anderem auch in den besetzten Gebieten.

Doch in das westliche Bildungssystem werden falsche Deutungen der Geschichte eingeschoben. Da finden Mystifizierungen und pseudohistorische Theorien neuerlich Verbreitung, die die Heldentaten unserer Vorfahren herabsetzen sollen. Die Jugendlichen werden davon überzeugt, dass die wichtigste Leistung zum Sieg über den Faschismus und zur Befreiung Europas nicht den sowjetischen Truppen, sondern dem 'Westen' – dank der Landung in der Normandie, erst weniger als ein Jahr vor der Zerschlagung des Faschismus – gehöre.

Wir ehren den Beitrag aller Verbündeten in jenem Krieg heilig und betrachten die Versuche, einen Keil zwischen uns zu treiben, als schändlich. Doch mögen sich die Geschichtsfälscher noch so viel Mühe geben: Das Feuer der Wahrheit ist nicht zu löschen. Es waren die Völker der Sowjetunion, die dem Dritten Reich das Rückgrat brachen. Das ist Tatsache.

Auch die Anfeindungen gegen den Tag des Sieges an sich und gegen die Feier zu Ehren der großen Heldentat derjenigen, die den Sieg im schrecklichsten Krieg errungen haben, sind widerlich.

In Europa mit seiner berüchtigten politischen Korrektheit bemüht man sich, "die scharfen Kanten der Geschichte" zu glätten, militärische Ehren für die Sieger durch "neutrale" Versöhnungsveranstaltungen zu ersetzen. Zweifellos muss man nach vorne blicken, doch die Lehren aus der Geschichte dürfen nicht vergessen werden.

Wenige kümmerten sich darum, dass das Regime des vor kurzem abgedankten Präsidenten Poroschenko in der Ukraine die "europäische Werte" anstrebt und den Gründungstag der Ukrainischen Aufstandsarmee zum Staatsfeiertag erklärt hatte – einer verbrecherischen Organisation, die die Schuld am Tode Zehntausender friedlicher Ukrainer, Weißrussen, Russen, Polen und Juden trägt (in Israel, dessen Volk den Holocaust überlebt hat, ist der 9. Mai als Tag des Sieges offiziell zum Feiertag erklärt worden).

Andere eklatante Beispiele aus unseren Nachbarstaaten: Fackelzüge nach Art Nazi-Deutschlands, die die neuen Nachfolger von Stepan Bandera in den zentralen Straßen der Heldenstadt Kiew veranstalten, sowie die Aufmärsche von Veteranen und Fans der Waffen-SS in Riga und Tallinn. Man möchte denjenigen, die an den Tränen unserer Veteranen bei den Paraden kein Gefallen finden oder die "militärischen" Veranstaltungen zu Ehren des Sieges kritisieren, die Frage stellen: Wie findet Ihr solch eine "Demilitarisierung" des Bewusstseins auf 'europäische' Art?

Natürlich gibt das niemand zu, doch die Tatsachen liegen auf der Hand: Sowohl die USA als auch die NATO und die EU verzeihen ihren jüngeren Partnern, die durch offenen Russlandhass Karriere machen, allerhand. Diese Kerlchen werden zwecks Bewahrung der auf antirussischen Positionen stehenden westlichen Allianzen und zwecks Verzicht auf gleichberechtigten pragmatischen Dialog mit Moskau ausgenutzt. Deswegen wird in ihrem Fall ein Auge zugedrückt, unter anderem bei der Verherrlichung von Nazi-Handlangern und beim eingefleischten Chauvinismus gegen Russen und andere nationale Minderheiten.

Außerdem entsteht bisweilen der Eindruck, dass der Zweck dieser Milde des Westens ist, diejenigen von der Verantwortung zu befreien, die durch die Absprache mit Hitler in München 1938 versucht hatten, die faschistische Aggression nach Osten zu lenken. Der Wunsch vieler in Europa, diese beschämende Seite ihrer Geschichte neu zu schreiben, ist wohl verständlich. Denn dadurch begannen die Wirtschaften mehrerer Länder des kontinentalen Europas, für das Dritte Reich zu arbeiten, und der Staatsapparat von vielen derer nahm an dem von den Nazis entfesselten Völkermord an den Russen, Juden und anderen Völkern teil.

Es ist wohl kein Zufall, dass die EU- und NATO-Mitglieder regelmäßig die Unterstützung für die durch Russland initiierte Resolution der UNO-Generalversammlung über die Unzulässigkeit der Heroisierung des Nazismus verwehren. Und ein "alternativer Blick" der westlichen Diplomaten auf den Zweiten Weltkrieg stammt offensichtlich auch gar nicht von schlechten Geschichtskenntnissen (obwohl es damit auch Probleme gibt). Es sei darauf hingewiesen, dass selbst während des "Kalten Krieges" solch ein Frevel nicht zu sehen war, obwohl die ideologische Konfrontation dem ersten Anschein nach dazu hätte verleiten können.

Wenige trauten sich, die entscheidende Rolle der Sowjetunion an unserem gemeinsamen Sieg und die Autorität, die unser Land in der Nachkriegszeit hatte, in Frage zu stellen. Und das hatten auch unsere westlichen Verbündeten ohne Vorbehalt anerkannt. Niemand anderer als sie selbst initiierte übrigens die Aufteilung Europas in "Verantwortungszonen", und das erst 1944, als Winston Churchill bei den Verhandlungen zwischen Großbritannien und der Sowjetunion Josef Stalin die Frage danach stellte.

So, wie die westlichen Politiker und Propagandisten heute die Vergangenheit verzerren, wollen sie bei der Öffentlichkeit Zweifel säen an der Gerechtigkeit der Weltordnung, die in der UNO-Charta als Ergebnis des Zweiten Weltkrieges verankert wurde. Ein Kurs auf das Untergraben des existierenden Völkerrechtssystems und dessen Ersatz durch eine gewisse "regelgestützte Ordnung" ist eingeschlagen worden. Doch diese Ordnung will man auf dem Grundsatz "der Stärkere hat immer Recht", also nach dem "Gesetz des Dschungels" erschaffen.

Das betrifft in erster Linie die USA und die amerikanischen Besonderheiten bei der Wahrnehmung der Geschichte des 20. Jahrhunderts. Dort ist immer noch die Vorstellung von "zwei guten Kriegen" verbreitet, in deren Verlauf die USA sich militärische Dominanz in Westeuropa und in einer Reihe von anderen Regionen der Welt verschafften, Selbstvertrauen aufbauten, einen Wirtschaftsboom erlebten und so zu einer der führenden Weltmächte aufgestiegen sind.

Die Amerikaner arbeiten nicht weniger enthusiastisch als die Europäer am Bild eines "militaristischen Russlands". Doch der Großteil ihrer eigenen Geschichte ist ein Beispiel endloser Eroberungskriege. In den 243 Jahren des amerikanischen Exzeptionalismus ist Interventionismus zum unabdingbaren Teil von Washingtons Außenpolitik geworden. Mehr noch: Die politische Elite der USA sieht die Anwendung von Gewalt als natürliches Element der "Diplomatie des Zwangs" (coercive diplomacy) an, das eine breite Palette von Aufgaben, unter anderem in der Innenpolitik, lösen soll.

Keine Wahlkampagne in den USA kommt ohne Episoden aus, in denen die Kandidaten sich als Oberbefehlshaber inszenieren. Die Bereitschaft, bei jedem Anlass Gewalt anzuwenden, gilt für einen amerikanischen Politiker als Tugendbeweis. Es gibt zahlreiche Beispiele, wie solche Stereotype zu passenden Anlässen verwirklicht wurden: 1983 in Grenada, 1989 in Panama, 1999 in Jugoslawien oder 2003 im Irak. Dabei ehrt Amerika seine gefallenen Soldaten, egal für welche Sache sie in den Krieg gezogen sind. Und es feiert im Mai den Memorial Day mit Marineparaden und Flugschauen unter Teilnahme weiteren Militärgerätes in verschiedenen Städten. Doch ein Verdacht, dass dies "militaristisch" sei, kommt bei niemandem auf.

Wir aber werden im Kern dafür angeklagt, dass wir uns an unsere Väter und Großväter erinnern, die in einem heiligen Befreiungskrieg ihr Leben lassen mussten, dass wir ihnen militärische Ehrenzeremonien zollen und den Tag des Sieges massiv und stolz feiern. Hat etwa Russland oder die Sowjetunion zwei Weltkriege entfacht? Hat etwa Russland ein weitreichendes Netz von Militärstützpunkten aufgebaut, die zur Kontrolle über die ganze Welt geschaffen worden sind?

Für die Diplomaten und Politiker ist der 9. Mai außerdem noch ein Anlass, sich daran zu erinnern, dass die Staaten der Anti-Hitler-Koalition sich 1945 als Vereinte Nationen bezeichneten. In den Kriegsjahren standen sie Schulter an Schulter nebeneinander. Sie leiteten arktische Konvois durch das Meer, umarmten sich brüderlich an der Elbe. Französische Flieger des Normandie-Njemen-Jagdgeschwaders bekämpften den Feind an der sowjetisch-deutschen Front. Das Bewusstsein, dass die menschenfeindliche Ideologie des 'Nationalsozialismus' eine Bedrohung für alle darstelle, half den Staaten mit verschiedenen politischen und wirtschaftlichen Modellen, die Gegensätze beiseite zu schieben. Was sie verband, war der Glaube, dass der Sieg über Nazi-Deutschland den Triumph der Gerechtigkeit und den Sieg des Lichts über das Dunkel bedeuten würde.

Nach Kriegsende haben die Alliierten eine neue Architektur der internationalen Beziehungen um das Ideal der gleichberechtigten Zusammenarbeit zwischen souveränen Staaten aufgebaut. Die Schaffung der UNO sollte gewährleisten, dass das traurige Schicksal der Vorgängerorganisation, des Völkerbundes, sich nicht wiederholen würde. Die Gründer hatten sich die Lehren der Geschichte sehr gut eingeprägt: Ohne "ein Konzert der Großmächte", also Eintracht zwischen den führenden Ländern des Planeten, die die ständigen Positionen im Sicherheitsrat eingenommen haben, kann die Welt nicht stabil sein. Auch wir müssen uns heute von ihrem Vermächtnis leiten lassen.

Bei den feierlichen Veranstaltungen zum Tag des Sieges haben wir in diesem Jahr noch einmal allen gesagt, die es hören wollen: "Ja, wir sind bereit, genauso entschieden wie unsere Vorfahren, jedem Aggressor entgegenzuwirken. Doch die Russen wollen keinen Krieg, keine Wiederholung der Schrecken und Leiden". Die historische Mission unseres Volkes ist es, den Frieden zu beschützen. Jenen Frieden, den wir bewahren wollen.

Deswegen reichen wir allen die Hand, die gute Partner sein wollen. Die westlichen Kollegen haben seit langem unsere Vorschläge bekommen, die realistische Wege zur Überwindung der Konfrontation eröffnen und eine zuverlässige Abwehr gegen alle schaffen können, die die Möglichkeit eines Atomkriegs zulassen. Sie werden durch den Appell der Mitgliedsstaaten des Vertrags über kollektive Sicherheit an die Nordatlantische Allianz vom Mai dieses Jahres bekräftigt, einen professionellen entpolitisierten Dialog unter Fachleuten über die strategische Stabilität zu beginnen.

Ich bin sicher, dass die Bürger Russlands und anderer Länder mit Gedanken an den Frieden die Paraden zum 75. Jahrestag des Großen Sieges am 9. Mai 2020 anschauen und in den Reihen des Unsterblichen Regiments mit Sankt-Georgs-Bändern an der Brust auf die Straßen gehen werden. Das Andenken an diejenigen, die im Kampf gegen die Feinde der Heimat und der gesamten menschlichen Zivilisation gefallen sind, ist lebendig, solange die große Feier der siegreichen Völker, dieser Feiertag der Rettung und der Befreiung, mit uns verweilt. Wir müssen uns für die Ausmaße dieser Feier nicht schämen.

RT Deutsch bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

Quelle: https://deutsch.rt.com/meinung/88930-gastbeitrag-von-sergei-lawrow-uber/, 6.06.2019

Naming Names

von Enrique Bermudez und Abu Hassan

von Enrique Bermudez und Abu Hassan

Geheime CIA-Operationen finden nicht im luftleeren Raum statt. Sie benötigen ein dicht gewobenes organisatorisch-logistisches Netz, das das Zielgebiet bis in alle sensiblen Bereiche erfasst. Wie eine schwarze Spinne sitzt in diesem Netz die jeweilige CIA-Station, die in der entsprechenden US-Botschaft untergebracht ist. Unter der Tarnung und der diplomatischen Immunität einer Botschaft oder eines Konsulates lassen sich für die CIA am sichersten und günstigsten jene organisatorischen, technischen und personellen Voraussetzungen schaffen, ohne die CIA-Aktivitäten in dem betroffenen Land unmöglich sind.

An den „CIA-Diplomaten” hängen ungezählte Spitzel, Spione, Agenten, Ausbilder und Spezialisten. Diese arbeiten – eingeschleust oder angeworben – in Parteien, Verbänden, Studentenorganisationen, Gewerkschaften, Medien, in den militärischen und Regierungsstellen sowie im wirtschaftlichen Sektor des Landes. Sie können jedoch ebenso in US-amerikanischen Firmen, Institutionen und Organisationen untergebracht sein. Zudem benutzt die CIA US-Touristen, Austauschstudenten, Schüler, ja sogar Priester und Wissenschaftler, um an die benötigten Informationen zu gelangen oder Geheimdienstoperationen vorzubereiten.

Unser NAMING NAMES, d.h. die Enttarnung unter diplomatischer Tarnung arbeitender CIA-Agenten, ist damit für alle Betroffenen Hilfe zur Selbsthilfe…

Diese „Hilfe zur Selbsthilfe“ kann nur regelmäßig erscheinen, weil sie auf der Mitarbeit, Zuarbeit und professioneller Recherche Vieler ruht. Neumodischer formuliert: inzwischen, in den zurück liegenden Jahrzehnten, ist ein weltweites Netzwerk aus Journalisten, Betroffenen, Spezialisten und Informanten entstanden, das die Veröffentlichung unseres NAMING NAMES ermöglicht. Für dieses Netzwerk stehen stellvertretend die Namen Enrique Bermudez und Abu Hassan. Alle, die uns in irgendeiner Weise in diesem Zusammenhang helfen, stehen nachweislich im Fadenkreuz der terroristischen CIA, die man getrost Mörder GmbH & Co. KG nennen kann...

CIA im Afghanistan

Botschaft in Kabul

Papa, Jami
Frühjahr 2019

Gerard, (Jerry)Hodel

Frühjahr 2019

Hotz, Raymond

Frühjahr 2019

Decker, Karen

Frühjahr 2019

Hughes, Charles

Frühjahr 2019

Gillis, Christopher

Frühjahr 2019

Burger, David

Frühjahr 2019

Militärgeheimdienst DIA

COL Wilkins, Brady

Frühjahr 2019

Drogenbehörde DEA

Alexander, Tracy

Frühjahr 2019

 

Geheim-Magazin 2-19

Author; Michael Opperskalski Categories: Magazin Archiv

About the Author

Michael Opperskalski

Michael Opperskalski

Michael Opperskalski ist der Gründer von Geheim-Magazin.de
und zudem einer der aktivsten Autoren.

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